Gemeinsam mit dem Unternehmen Revier hat die Hochschule Ostfalia ein Forschungsprojekt initiiert, das neue Wege in der nachhaltigen Sanierung historischer Fachwerkgebäude beschreiten soll. Im Mittelpunkt steht dabei ein außergewöhnlicher Baustoff: Myzel – das feine Wurzelgeflecht von Pilzen.

Das Forschungsprojekt untersucht erstmals den Einsatz von Myzel-basierten Materialien zur Sanierung von Fachwerkgebäuden. Das natürliche Geflecht wächst in Pflanzenfasern oder Holzspänen und bildet stabile, leichte Verbundstoffe, die vollständig biologisch abbaubar sind und ohne synthetische Klebstoffe auskommen. Besonders im Bereich historischer Fachwerkarchitektur eröffnet dies neue Möglichkeiten: Da Fachwerkgebäude selten standardisierte Maße besitzen, sind individuell formbare Wand- und Dämmelemente von großem Vorteil.
Die Innovation des Vorhabens liegt in der Verbindung traditioneller Baukultur mit modernen, nachhaltigen Werkstoffen. Auf Kramers Gut findet das Forschungsteam ideale Bedingungen vor: Zahlreiche historische Fachwerkgebäude sollen in den kommenden Jahren behutsam und zugleich zukunftsorientiert saniert werden. Das Gelände wird damit zu einem praxisnahen Reallabor für nachhaltiges Bauen.
Besonderen Wert legt Projektleiter Professor Ingo Johannsen zudem auf den Austausch zwischen Wissenschaft und jungen Menschen. Deshalb wurde die Jugendbauhütte gemeinsam mit ihrem Anleiter an die Hochschule Ostfalia in Wolfsburg eingeladen. Dort erhielten die Freiwilligen direkte Einblicke in Forschung und Entwicklung des neuartigen Baustoffs und diskutierten gemeinsam mit Forschenden über geeignete Verbundmaterialien und praktische Einsatzmöglichkeiten.
Ein erster Höhepunkt des Projekts wird das Sommercamp der Jugendbauhütte auf Kramers Gut zwischen dem 1. und 12. Juni 2026 sein. Dort will auch das Projektteam Pilzmyzel erste praktische Tests stattfinden lassen und den direkten Austausch zwischen Theorie und handwerklicher Praxis weiter vertiefen.
Während des Sommercamps haben Sie die Möglichkeit sich vor Ort über die Arbeit der Jugendbauhütte zu informieren und bei der Arbeit zuzusehen. Kommen Sie einfach vorbei.
Mehr Informationen unter:
https://www.denkmalschutz.de/pressemitteilung/junge-freiwillige-tragen-zum-langfristigen-erhalt-von-kramers-gut-in-helmstedt-bei.html
https://www.denkmalschutz.de/pressemitteilung/helmstedter-denkmalrettercamp-findet-viel-unterstuetzung.html